Engagement

Freiwilliges Engagement

Schlagworte:
Wissen,
Engagement

Die wichtigsten Fragen und Antworten in Kürze



Engagement – was heißt das eigentlich?
 

Mit Engagement ist der persönliche Einsatz für einen gemeinnützigen Zweck gemeint. Man spricht auch von einem ehrenamtlichen oder freiwilligen Engagement, da es sich um einen Einsatz handelt, den man ganz freiwillig und zumeist ohne Bezahlung – quasi für die gute Sache – leistet. Das kann in der Freizeit sein, wenn du beispielsweise im Krankenhaus Kindern Geschichten vorliest, aber auch innerhalb der Schule, wenn du dich als Schülervertretung für die Interessen der Schüler einsetzt. Außerdem ist das Engagement oft in Themenbereiche aufgeteilt. Dann ist zum Beispiel die Rede von politischem, sozialem, ökologischem oder religiösem Engagement.


Wo kann ich mich engagieren?

Hier gibt es unglaublich viele Möglichkeiten: Du kannst dich direkt bei dir vor Ort engagieren, in anderen Bundesländern, im Ausland und sogar „online“ aktiv werden. Du kannst in bestehende Projekte einsteigen und dich an Einrichtungen, Vereine oder Verbände wenden. Engagement ist dabei in verschiedenen Bereichen und zu verschiedenen Themen möglich (sozial, politisch, sportlich, kulturell, etc.). Wenn du auf der Suche nach dem richtigen Bereich und dem Umfeld bist, stell dir selbst folgende Fragen: Wofür interessiere ich mich am meisten? Was kann ich besonders gut? Wo will ich noch etwas dazu lernen? Was wollte ich immer schon mal ausprobieren? Wo will ich was verändern? Entscheide dich dann für einen Bereich und informiere dich, welche Möglichkeiten dir offen stehen. Erste Ideen dazu bekommst du auch durch die Beispiele in unserem Engagement Wegweiser.


Welche Aufgabe passt zu mir?
 

Das hängt am meisten von deinen Interessen ab. Dein Engagement soll dir Spaß bringen und dir die Möglichkeit geben, deine Stärken einzusetzen. Du kannst dich ausprobieren und Neues erfahren. Frag´ dich, für wen du dich engagieren möchtest und such‘ dir eine Organisation aus, die sich mit einem Thema beschäftigt, das dich interessiert. In den einzelnen Organisationen kannst du dich dann beraten lassen. Lass dich von den Beispielen in unseren Video-Porträts inspirieren.


Kann ich selbst ein Projekt starten?
 

Ja, klar. Am Anfang brauchst du natürlich eine Idee. Suche dir am besten Leute, die Lust haben, dich bei deinem Vorhaben zu unterstützen, und dann erstelle einen ersten Plan. Auch wenn du dein Vorhaben nicht gemeinsam mit einer Organisation startest, gibt es viele Anlaufstellen, bei denen du Unterstützung bekommst. Wir haben 10 Praxis-Tipps zusammengestellt, mit denen dein Projekt gelingen kann.


Was bringt mir ein freiwilliges Engagement?
 

Das kommt ganz auf dich an und darauf, was du erreichen willst. Möchtest du konkret etwas in deinem Umfeld, zum Beispiel in deiner Schule, verändern? Willst du anderen Menschen helfen? Oder willst du dich mit den großen politischen und globalen Fragen befassen? Ganz gleich wofür du dich entscheidest, mit deinem Einsatz hilfst du nicht nur anderen, sondern auch dir selbst: du sammelst viele neue Erfahrungen, erweiterst deinen Blickwinkel, entdeckst interessante Perspektiven, wirst reicher an Lebenserfahrung, wächst an den Herausforderungen und stärkst dein Selbstvertrauen, lernst tolle Menschen kennen, die sich für ähnliche Dinge interessieren wie du und du kannst nebenbei auch deinen Lebenslauf aufpolieren. Denn dein Engagement zeigt deine sozialen Stärken und die sind sowohl in Ausbildung und Studium als auch später im Beruf sehr gefragt.


Was wird von mir erwartet?
 

Zunächst geht es darum dass du motiviert bist dich einzusetzen und Spaß an deiner Aufgabe hast. Es wird nicht erwartet, dass du alles perfekt machst. Entscheidender ist, dass du mitdenkst, selbstständig arbeitest und versuchst dich an gemeinsame Absprachen zu halten. Absprachen sind deshalb so wichtig, weil sich viele Leute während deines Engagements auf dich verlassen und teilweise auf deine Unterstützung angewiesen sind. Deshalb wäre es wichtig, sich vorher genau zu überlegen: Wie viel Zeit habe ich und wie teile ich mir diese am besten ein? Falls du einmal keine Zeit oder Lust mehr haben solltest, besprich das mit allen Beteiligten, damit gegebenenfalls neu geplant werden kann. Aber bei aller Verantwortung darf der Spaß nicht zu kurz kommen. Deshalb locker bleiben und die Betätigung wählen, auf die du richtig Lust hast! Dann funktioniert das schon.


Wie viel Zeit muss ich einplanen?
 

Je nach Engagement kann das ganz unterschiedlich sein. Das Gute ist: Du entscheidest, wie viel Zeit du zur Verfügung hast und welche Art von Engagement dazu passt. So engagieren sich beispielsweise viele regelmäßig einmal die Woche. Manche engagieren sich in so genannten Freiwilligen Diensten gleich ein ganzes Jahr – oft zwischen Schule und Berufswahl, um sich in diesem Jahr noch mal orientieren zu können. Du kannst dich aber auch in kleine Projekte, die nur ein paar Wochen dauern, einbringen. Oder aber du machst einmalig bei einer Veranstaltung in deiner Schule oder Gemeinde mit. Jeder Einsatz ist hilfreich. Wichtig ist, dass du dein Zeit-Budget realistisch einschätzt und mit den Verantwortlichen genau besprichst, was du in welchem Zeitraum machen kannst.


Wo kann ich mich beraten lassen, wenn ich mich engagieren möchte?
 

Informationen zu freiwilligem Engagement findest du in den Jugendinformationszentren deiner Umgebung. Außerdem gibt es in Deutschland über 500 Freiwilligenagenturen, die dir bei deinen Fragen vor Ort behilflich sein können.


Bekomme ich für mein freiwilliges Engagement Geld?
 

Meistens nicht. Freiwilliges Engagement ist grundsätzlich nicht bezahlt, da es ja darum geht, freiwillig etwas für die Gemeinschaft zu tun und dich mit deinen Stärken einzubringen. In manchen Fällen werden jedoch Unterkünfte gestellt oder Aufwandsentschädigungen gezahlt. Bei längerfristigen Engagements gibt es zum Teil die Möglichkeit, an Workshops, Fortbildungen oder Seminaren teilzunehmen oder du erhältst ein Zertifikat, mit dem du bei Bewerbungen punkten kannst. Der eigentliche Lohn für dein Engagement sind aber einerseits die Erfahrungen und die Freundschaften, die du sammelst, andererseits das Gefühl, etwas Gutes getan und etwas verändert zu haben.


Kann ich mich für mein Engagement beurlauben lassen?
 

Meistens ja! Du könntest dich für eine Veranstaltung, zum Beispiel für ein Sportevent deines Vereins, von der Schule beurlauben bzw. freistellen lassen. Die Voraussetzung hierfür ist die Einwilligung deiner Eltern, deiner Schule sowie die Schulordnung. Zunächst müsstest du also die Beurlaubung mit deinen Eltern abklären. Wenn alles klar geht, können deine Eltern dann einen Antrag bei deiner Schule einreichen (Beispielantrag), der den Zeitraum sowie eine Begründung für die Beurlaubung beinhaltet. Dies sollte in der Regel bis spätestens zwei Wochen im Voraus erledigt werden. Je nachdem wie lange du nicht am Unterricht teilnimmst, muss der Antrag dann entweder direkt an deinen Klassenlehrer (bis zu zwei Tagen) oder aber an deine Schulleitung (ab zwei Tagen) gehen.

Bitte achte darauf: Die Schulordnung ist von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich: Es kann also sein, dass du in dem einen Bundesland eine ganze Woche und in dem anderen Bundesland nur einige Tage fehlen darfst.


Bekomme ich ein Zertifikat oder ein Zeugnis für mein Engagement?
 

Ja, auf jeden Fall! Und diesen Beleg solltest du dir auch holen, denn so etwas macht sich prima in späteren Bewerbungen. Bitte den Verein oder die Stelle, bei der du dich engagierst, um eine Bestätigung deiner freiwilligen Arbeit. Diese kann dir dann ein Zertifikat ausstellen. Das gilt natürlich auch für dein Engagement in der Schule. Bitte hier deinen Lehrer, dich zu unterstützen. Vielleicht haben sie dort schon einen Vordruck, der nur noch ausgefüllt werden muss. In vielen Bundesländern gibt es übrigens einen einheitlichen Engagement-Nachweis, der bei Jugendringen oder Landesämtern beantragt werden kann. Schau dir zum Beispiel den Engagement-Nachweis aus Nordrhein-Westfalen an.


Darf ich mit meinem Engagement aufhören, wann ich will?
 

Im Prinzip: Ja. Da du deine Aufgabe freiwillig machst, darfst du natürlich auch aufhören, wenn du mit der Aufgabe nicht mehr klar kommst, es dir vielleicht keinen Spaß mehr bringt oder du keine Zeit mehr hast. Je nach dem, welche Absprachen es gibt oder welche Zustimmungserklärung du unterschrieben hast, gilt hier natürlich, dass du dich an Vereinbarungen hältst und rechtzeitig Bescheid sagst.

Vorsicht! Besonders bei längerfristigem Engagement gibt es Kündigungsfristen oder die Bedingung eines bestimmten Kündigungsgrunds. Dies gilt zum Beispiel beim Bundesfreiwilligendienst. Hier gibt es wie in normalen Arbeitsverhältnissen Kündigungsfristen, die unbedingt eingehalten werden müssen.


Brauche ich eine Versicherung?
 

In der Regel brauchst du keine extra Versicherung für dein Engagement. Dies gilt jedoch nur, wenn du dich in einem Verein, Verband oder im Auftrag bzw. mit Einwilligung von Kommunen freiwillig engagierst. Kläre, bevor du anfängst dich zu engagieren, daher ab, ob du bei der Unfall- und Haftpflichtversicherung deines Vereins oder der Organisation mitversichert bist. Weitere Informationen gibt es im offiziellen Flyer zum Unfallversicherungsschutz während des freiwilligen Engagements.


Brauche ich die Einverständniserklärung meiner Eltern?
 

Wenn du noch keine 18 Jahre alt bist, kann es sein, dass die Organisation, bei der du dich engagieren möchtest, eine Einverständniserklärung deiner Eltern/Erziehungsberechtigten haben möchte. Das ist vor allem dann der Fall, wenn du an einem oder mehreren Wochenendseminaren teilnimmst oder mit deinem Verein wegfährst und mehrere Tage in Begleitung einer Jugendleitung unterwegs bist. Da deine Eltern sicher ganz gerne wissen möchten, was du in deiner Freizeit machst, wäre es gut mit ihnen zu besprechen, was du vorhast.


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