Freundschaft

Therapiepferde

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Die Therapie mit Pferden gibt es schon seit 2000 Jahren. Ist also doch was dran am Sprichwort „Alles Glück dieser Erde liegt auf dem Rücken der Pferde“. Jedenfalls können sie in mehreren Bereichen helfen: Therapiepferde können blockierte Bewegungsabläufe beeinflussen, Kinder und Jugendliche in ihrem Verhalten stärken und körperlich oder geistig behinderten Menschen viel Abwechslung und Nähe geben.

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Lachendes Mädchen mit Behinderung auf einem Pferd

Das Tier: muss nicht immer ein Pferd sein

Das eine Therapiepferd gibt es nicht. Es kommt auch auf den Mensch und den Einsatz an: „Menschen mit schweren Spastiken tun sich mit breiten Pferden schwer, ängstliche Personen haben vielleicht Angst vor einem schwarzen Pferd“, erklärt Dr. Christina Simon von der Voltigier-Gruppe Pferdesterne. Wichtig seien vor allem die inneren Werte. Das Pferd darf sich nicht aggressiv verhalten und auch nicht zu empfindlich sein. Bei der Reittherapie kommen übrigens nicht ausschließlich Pferde zum Einsatz. „Auch Lamas eignen sich dafür“, so Dr. Simon.

Der Job: Auf Augenhöhe

Nach der Grundausbildung in Sachen Reiten bekommen die Pferde über zwei-drei Jahre eine spezielle Ausbildung. Danach sind sie eine Art Partner für die Therapeuten. „Auf dem Pferd werden durch die Bewegung und der ausstrahlenden Wärme, die auf den Reiter übergeht, Verspannungen gelöst, die Atmung reguliert und die aufrechte Haltung gestärkt“, sagt Christina Simon.

Die Kosten: riesig

Ein fertig ausgebildetes Therapiepferd kaufen? Hm, entweder wäre das kaum zu bekommen oder unheimlich teuer. Die meisten Therapeuten bilden ihre Pferde deshalb selbst aus. „Selten schaffen sich Menschen mit Handicap ein eigenes Pferd an“, sagt Dr. Simon. „Ein Pferd muss auch täglich bewegt werden.“ Also kostet seltener das eigene Pferd, sondern die Therapie, die Miete für das Tier, die Halle und die Personalkosten.

Der Schmusefaktor: Tier darf Tier bleiben

„Die Tiere müssen immer artgerecht unter ihresgleichen leben und einen großen Anteil an Ausgleich bekommen.“ Dazu gehören auch Streicheleinheiten. Denn Therapiearbeit ist anstrengend – weil sie nicht für das Pferd, sondern für den Menschen gedacht ist. Deshalb haben sich Therapiepferde auch einen frühen Ruhestand oder längere Auszeiten verdient.

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Text: Philipp Brandstädter