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Zukunft schon jetzt: daran bastelt die Wissenschaft

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Was bringt uns die Zukunft? Weltfrieden, Kontakt mit Aliens, ewiges Leben? Weiß keiner. Aber wir zeigen euch ein paar Zukunftsvisionen, die näher liegen, als ihr denkt.

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Kunstfleisch aus der Petrischale

„Computer: Einmal klingonische Bok-Leber. Geschmort.“ Bei Star Trek zaubert ein Replikator jedes galaktische Gericht auf den Teller. So etwas in der eigenen Küche wäre echt praktisch. Bis 2050 soll sich nämlich der Fleischkonsum auf der Welt verdoppelt haben. Die Lösung: lecker Kunstfleisch?

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Den Anfang machte 2013 eine Frikadelle. Bevor Forscher der Uni in Maastricht die Bulette in die Pfanne warfen, hatten sie diese aus Rinderzellen im Labor gezüchtet: in der Petrischale. Das sogenannte „In-vitro-Fleisch“ könnte die Alternative zur tierischen Massenproduktion sein, meinen einige Forscher. Es fehle nur ein bisschen Ketchup und noch etwas mehr Entwicklung. Denn bisher lassen sich nur Muskelfasern züchten, aber kein Fettgewebe. Auch größere Mengen Laborfleisch lassen sich noch nicht produzieren. Doch die Wissenschaftler aus Maastricht sind optimistisch: In 10 bis 20 Jahren soll ihr Kunstfleisch auf den Markt kommen.

Das passende Kochbuch mit Rezepten wie „Geröstetem Raubsaurier“ ist schon jetzt zu haben. Und Essen ausdrucken geht auch: mit dem 3D-Foodprinter.

Lieblingsschuhe ausdrucken, dann die Welt retten

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Mit einem 3D-Drucker kann man sich nicht nur seine Makkaroni formen lassen. Die Maschine, die quasi auf Knopfdruck alle Wünsche ausspuckt, gibt es eigentlich schon seit 30 Jahren. Ganz groß rausgekommen ist sie erst jetzt: Statt Tinte tankt der Drucker zum Beispiel Kunststoffe, Metalle oder Essbares und formt daraus dreidimensionale Objekte. Mit ihm kann man individualisierte Prothesen herstellen, Kopfhörer passgenau ins Ohr gießen oder sich seine persönliche Action-Figur bauen. Eigentlich jede Idee, die sich aus einem kreativen Kopf in ein Computerprogramm übertragen lässt.

Modeschöpfer kreierten mit dieser neuen Art maßzuschneidern bereits Schuhe, Bikinis und Schmuck – natürlich alles Einzelstücke, natürlich alle unbezahlbar. Cristiano Ronaldo ließ sich zum Beispiel ein exklusives 3D-Sporttäschen von seinem Schuhausstatter schenken.

Auch für die Dessous-Models von Victoria’s Secret gab es Engelsflügel aus dem Drucker. Also morgens einfach die einzigartigen Wunschklamotten per Knopfdruck ordern? Dauert alles noch. Derzeit brauchen die 3D-Drucker nämlich noch unheimlich lange: Jede Schicht wird einzeln aufgetragen, über Stunden oder Tage. Außerdem können sie nicht alle Materialien drucken, geschweige denn Stoffe miteinander mixen. Noch nicht. Denn am 4D-Druck wird bereits gebastelt: hier bringt sich das Material nach dem Ausdruck gleich selbst in Form.

Noch mehr Zukunftsideen

Wir haben einmal weitergesponnen, wie es 2050 aussehen könnte: Wie wäre es mit schlauen Zahnbürsten, Träume zum Aussuchen und einer traumhaften Schule?

Der Arzt in der Blutbahn

Nano klingt wie „Nanu“, meint aber winzige Teilchen, die beispielsweise dafür sorgen, dass Geckos an der Wand entlanglaufen können, Muscheln in tausend Farben schillern und Wassertropfen spurlos an Blättern abperlen. Nanotechnik ist das Zukunftsding schlechthin. In der Medizin soll sie helfen, dass der Mensch noch gesünder, noch fitter, noch älter wird. Zum Beispiel mit Hilfe von winzigen Robotern, die durch menschliche Blutbahnen rauschen, Krankheiten erkennen und Zellen reparieren. Derzeit befindet sich die Forschung am Mini-Arzt noch im Anfangsstadium und der praktische Einsatz ist noch weit entfernt. Schon heute aber befördern Nanopartikel Medikamente schneller dorthin, wo sie wirken sollen. Forscher haben bereits Nanofasern für stärkere Knochen gezüchtet.

Selber fahren? Pah!

Verkehrsregeln pauken, sich rückwärts in die kleinste Parklücke schieben – schon bald können sich Autofahrer das alles sparen. Denn die Industrie hat die große Zukunftsvision „Autonomes Fahren“ für sich entdeckt. So, wie wir es schon in einhundert Filmen gesehen haben: Das Ziel in den Bordcomputer eingeben und zurücklehnen. Bisschen fernsehen, Facebook checken, Nickerchen machen.

Fahrzeuge mit Einpark-Hilfe gibt es schließlich schon längst, genauso wie solche, die im Stau von alleine anfahren oder bremsen. Und sogar welche mit Abstandregler, die sich der Geschwindigkeit des vorausfahrenden Autos anpassen. Schon jetzt findet man allerhand High-Tech an Bord: GPS, Radar, Laser, Kameras, Sensoren. Aber damit ein Auto wirklich ganz von selbst überholen, für Fußgänger bremsen und dem über die Straße huschenden Reh ausweichen soll, muss an der Technik noch gefeilt werden. Die Automobilindustrie, einige Universitäten und sogar Google arbeiten mit Hochdruck daran, dass das autonome Auto kommt. Fragt sich nur, was dann aus den Formel1-Fahrern wird?

Nix Neues im Klassenzimmer?

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Die technischen Möglichkeiten, mit denen man Schulen modernisieren könnte, kennt eigentlich jeder. Aber wer glaubt schon daran, dass sich dadurch jemals der Unterricht verändern würde? Und warum schleppen wir trotzdem noch Schulbücher in Rucksäcken herum, zerren Overhead-Projektoren von einem Klassenzimmer ins nächste und glotzen auf steinzeitliche Computerbildschirme? Bildung hat ziemlich oft auch ein Geldproblem.

Wie würde dein Klassenzimmer der Zukunft aussehen? Touchpad-Tische statt Schulbänke? Oder vielleicht noch mehr SciFi? Jeder Schüler trägt eine Datenbrille und Hologramme unterrichten? Oder doch ganz anders?
Der Unterricht der Zukunft müsste vielleicht gar nicht futuristisch digital sein. Einfach ein bisschen mehr entsprechend der heutigen Alltags-Technik, würde schon reichen.


Text: Philipp Brandstädter

 

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