Helfer und Flüchtlinge vernetzen sich

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Die Flüchtlingsdebatte beschäftigt uns nach wie vor sehr. Doch wie hilft man den Zuwanderern am besten? Und wie den Helfern? Ein Weg ist es, sich digital zu vernetzen. Denn auch die meisten Flüchtenden nutzen Smartphones, um sich zu verständigen und den richtigen Weg oder Ansprechpartner zu finden. Inzwischen wurden eine Vielzahl cleverer Websites und Apps programmiert. Hier eine Auswahl:

@ ankommen.eu

Volunteer Planner: Wo Hilfe gebraucht wird

Helfen? Na, klar! Aber wo und wann? Und was genau? Mit dem Volunteer Planner findet man raus, wo man wie helfen kann. Mit ein paar Klicks finden sich hier easy nahegelegene Unterkünfte für Flüchtlinge, die Unterstützung gebrauchen können. Denn die dort zuständigen Organisationen stellen die geplanten Hilfsaktionen online. Es werden beispielsweise Helfer für Kleiderkammern, den Betrieb von Spielbuden oder für den Deutschunterricht gesucht. "Helfen geht ganz spontan von heute auf morgen“, erklärt Riaan Stipp aus dem Team. "Die Leute haben Bock etwas zu tun. Aber keinen Bock, ewig zu suchen und sich langfristig verpflichten zu müssen.“ Der Volunteer Planner verschafft Abhilfe und bringt Helfer und Organisatoren zusammen – einfach und pragmatisch. 30.000 Leute haben sich dort bereits registriert – und bis Januar 2016 schon 90.000 Stunden engagiert. Die Plattform könnte künftig nicht nur für Flüchtlingsunterkünfte, sondern etwa auch für Obdachlosenheime nützlich sein.

Wefugee: Die Fragen-Community

© wefugee.org

Wefugee ist eine Community, in der Flüchtlinge, aber auch Helfer Fragen stellen und von den Usern beantwortet bekommen. Mit ihrem riesigen Katalog an Infos entlastet die Plattform die oftmals völlig überlaufenen Beratungsstellen. Der Großteil der Fragen betrifft die medizinische Versorgung, das Asylverfahren, Sprachlernangebote und vor allem das Zusammenleben in der neuen Heimat. „Gerade hat sich eine syrische Frau erkundigt, was wohl das Lebkuchenherz bedeutet, das ihr ein Helfer geschenkt hat“, erzählt Conny Röper von Wefugee. Bis heute haben sich über 9.000 Leute angemeldet. „Die meisten Fragen werden von der Community innerhalb einer Stunde beantwortet. Helfen kann jeder. Dafür muss man nicht viel Zeit haben“, sagt Conny. Einfach anmelden und Wissen teilen.

Refugee-Phrasebook: Internationale Verständigung

"Rah jib hada biye.“ So was in der Art könnte jemand stammeln, der einem syrischen Flüchtling begegnet, eigentlich kein Arabisch kann, aber das Refugee Phrasebook (Flüchtlings-Phrasenbuch) dabei hat. Im besten Falle versteht sein Gegenüber dann: "Ich hole jemanden, der Ihnen helfen kann“. Das Refugee Phrasebook unterstützt Flüchtlinge und Helfer mit Vokabeln und Ausdrucksweisen. In rund 30 Sprachen stehen darin kleine Brücken zur ersten Verständigung im Alltag, wichtige Sätze für die medizinische Versorgung und Bausteine für die Kommunikation mit Behörden, die einem zum Beispiel bei der Beschaffung einer Aufenthalsgenehmigung nützlich sind. 300 Einträge auf Deutsch, Englisch, Arabisch, Armenisch, Urdu, Tigrinya, Farsi. Das Coole daran: Das Projekt wird von Ehrenamtlichen betrieben – ohne Geld, Verlag oder Druckerei. Rasend schnell hat sich das Phrasebook im Netz verbreitet. So kann es jeder frei verwenden, erweitern, zusammenstellen, drucken, auf A5 falten, abheften und verteilen. Das spart Kosten und Wege. In dem Fall besonders wichtig, da Sprachbarrieren schnell überbrückt werden müssen.

Das erste Mal – programmieren und helfen

Nicht nur reden, sondern konkret helfen – das ist es, was Karl, David und Roman wollen. Ihr Talent für digitale Daten haben die Schüler jetzt für eine gute Sache eingesetzt: Gemeinsam mit einem Team entwickeln sie "Germany Says Welcome“ – eine Website plus App, die Flüchtlingen den Start in Deutschland erleichtern soll.

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Ankommen.eu: Dinge für den Start

Ankommen.eu ist eine Art Kleinanzeigen-Börse für Flüchtlinge. Hier dreht sich alles um die Dinge, die über die Sofortspenden bei der Erstaufnahme hinausgehen. Wie Möbel oder ausrangierte Computer zum Beispiel. Die Plattform ist für Leute da, die schon etwas länger in Deutschland angekommen sind und eine eigene Unterkunft gefunden haben. In kürzester Zeit vernetzt die Website Angebote und Nachfragen in einer Stadt miteinander. Das Projekt startete in Leipzig, wird inzwischen aber auch für Spender und Geflüchtete in München und Halle angeboten. Stadt für Stadt soll sich die Börse erweitern: Frankfurt, Magdeburg und Dresden stehen als nächste auf dem Plan und sollen Anfang 2016 online gehen, sagt ein Mitarbeiter der Plattform. Wer die Ankommen-App auch in seine Stadt holen will, erfährt auf der Website, wie das geht.

Welcome-App: Die neue Stadt verstehen

Hilfreiche Apps, mit denen sich Geflüchtete besser in ihrer neuen Umgebung zurechtfinden können, gibt es mittlerweile viele. Eine der ersten Apps dieser Art war die Welcome App für Dresden. Auf ihr finden Neuankömmlinge Hilfe in Sachen Beratung, Asyl und des alltäglichen Lebens – und zwar zurzeit auf Deutsch, Englisch, Französisch und Arabisch. Die App wird ebenfalls von einer Non-Profit-Intitiative betrieben und bietet mittlerweile Infos für sechs andere Städte. So erhalten die Nutzer wichtige Informationen und Kontakte zu Helfern und Ämtern aus ihrer neuen Umgebung – auch offline. Mit Erklärtexten, Videos, Grafiken und Stadtplänen – und alles per App auf dem Gerät, das ein Großteil der Flüchtlinge schon von Beginn an dabei hat: dem Smartphone.


Text: Philipp Brandstädter

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