Wenn Helfen viral geht

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Im Sommer 2014 machte ein Video im Internet die Runde: "Three German Students surprise a homeless guy“ zeigt drei Studenten, die einen obdachlosen Mann in der Fußgängerzone mit einer spontanen Gesangseinlage überraschen. Innerhalb weniger Wochen wurde der Clip von Millionen Leuten geklickt und ging quasi total durch die Decke. Wir stellen euch be japy vor, die junge Organisation, die hinter der Aktion steckt.

@ be japy

be japy zeigt, wie einfach es manchmal ist, andere Menschen glücklich zu machen.

Die Geschichte von be japy begann vor etwa anderthalb Jahren als Uniprojekt mit besagtem Youtube-Clip. Das Gründungsteam aus Julian, Andreas, Peter und Yannik wollte testen: Wie sozial sind die Medien wirklich? Als sie eines Morgens aufwachten und sahen, dass ihre Followerzahlen explosionsartig anstiegen, konnten sie es zunächst gar nicht so richtig fassen: Ihr Video war viral gegangen. Dabei war es für die vier, die allesamt Medien- und Informationswesen studieren und aus deren Vornamen sich das Wort "japy“ ableitet, der erste Anlauf dieser Art.

 

Für den Clip stand ihnen ein Budget von 500 € zur Verfügung, das sie selbst beigesteuert haben und als Fördergelder von der Uni bekamen. Also nur ein Bruchteil dessen, was große Konzerne für ihre Werbekampagnen ausgeben. Und dennoch haben es be japy geschafft, mit ihrem Video so viel Aufsehen zu erregen, wie beispielsweise der Weihnachtswerbespot von Edeka. Ursprünglich wollten sie einmal einen Unterstützerkreis von etwa 10.000 Personen aufbauen. Mittlerweile haben sie allein auf ihrer Facebookseite um die 190.000 Likes.

Wie haben sie das geschafft?

Laut Peter, einem der Gründer von be japy, gibt es keine wirkliche Faustregel oder gar Zauberformel für ein virales Video. Natürlich haben die Jungs versucht, ihr Werk in den sozialen Netzwerken zu verbreiten, indem sie es mit ihrem Bekanntenkreis teilten. Letztendlich sei es aber auch immer noch Glückssache, ob ein Video zum Selbstläufer wird, meint Peter. Das einzige worauf man achten kann und sollte, ist eine spannende und originelle Geschichte zu erzählen. Je eindrucksvoller die Story, desto eher sind die User von Facebook, Twitter und Co. bereit, den Inhalt mit Freunden zu teilen.

Was wollen sie erreichen? Was treibt sie an?

© be japy

Andreas, Peter und Lukas von be japy

Be japy will mit seinen kreativen sozialen Aktionen zu mehr Mitmenschlichkeit in der Gesellschaft inspirieren. Außerdem wollen sie zeigen, dass es viel einfacher ist, jemanden glücklich zu machen, als man im ersten Moment denkt. Die Jungs waren schon immer daran interessiert, anderen Menschen das Leben ein wenig schöner zu machen und sich sozial zu engagieren: "Ich habe zum Beispiel den Beruf des Krankenpflegers erlernt und während des Studiums ein schwer behindertes Kind pflegerisch versorgt“, erzählt Peter.

Ein wichtiges Merkmal der be japy-Aktionen ist, dass sie JEDEN dazu einladen, mitzumachen. Alter, Geschlecht, Herkunft, Sprache spielen dabei keine Rolle. Das, worauf es ankommt, ist, dem Nächsten zu zeigen, dass er oder sie wichtig ist und dass es Menschen gibt, die bereit sind, ihnen zu helfen.

Alle können mitmachen

Beim jährlichen "JAPYDAY“ rufen sie die weltweite Community auf, rauszugehen und etwas Gutes zu vollbringen. Die Aktionen reichen vom Süßigkeiten verschenken auf der Straße, über Grußkarten basteln im Seniorenheim bis hin zum Wände streichen in einer Geflüchtetenunterkunft. Auch dieses Jahr wird wieder ein JAPYDAY stattfinden.

Auch der "Warmnachtsbaum“ ist eine be japy-Idee, bei der jeder spontan und ohne großen Aufwand mitmachen kann, indem selbstgestrickte Mützen und Schals an einen Baum in der Stadt gehängt werden. Obdachlose und andere Menschen, die ansonsten wahrscheinlich auf eine warme Kopfbedeckung im Winter verzichten müssten, können sich diese dann einfach abpflücken. "Es ist ein gutes Gefühl, wenn man am nächsten Tag sieht, wie das Angebot angenommen wurde. Solche kleinen Aktionen tun nicht nur den Menschen gut, denen damit geholfen wird, sondern machen auch die Helfenden glücklich“, sagt Peter dazu. 23 Bäume gab es seit letztem Dezember, deren Standorte auf einer Karte auf der be japy Webseite zu sehen sind.

Wie geht es weiter?

2016 wollen die Macher von be japy besonders lokale Projekte fördern. Das Team möchte die lokalen Aktionsgruppen darin bestärken, ihre eigenen Projekte anzugehen. Die Onlineplattform soll dann lediglich als Inspirationsquelle dienen. Gleichzeitig haben sie Anfragen aus Ländern wie Thailand und Marokko, die ähnliche Initiativen wie be japy aufbauen wollen.

Momentan organisiert das Team all dies ehrenamtlich und arbeitet etwa zwei bis drei Tage die Woche für be japy. Dabei ist Zeitmanagement äußerst wichtig, um nebenbei das Studium noch gebacken zu bekommen. Für alle, die planen ein eigenes Projekt auf die Beine zu stellen, hat Peter noch diese drei Tipps.

3 Tipps zum Durchstarten von Peter:

  • Lieber anpacken, als lange zu grübeln: Meist spekuliert man viel zu viel an irgendwelchen wilden Theorien herum oder verschwendet wertvolle Zeit an eigentlich unwichtigen Details. Viel wichtiger ist es, die Ideen mal auszuprobieren. Das ist oft viel aufschlussreicher als sich ewig den Kopf darüber zu zerbrechen.
     
  • Jeder darf mitmachen, aber nicht jeder muss und soll ALLES machen: Man sollte sich der eigenen Stärken und Schwächen bewusst sein, um die eigenen Fähigkeiten und Ressourcen optimal einbringen zu können.
     
  • Du bist nicht allein, das Internet ist da: Wenn du glaubst, deine Projekt-Probleme sind einmalig, lieber noch mal Suchmaschinen befragen. Letztlich findest du fast immer einen Beitrag, der genau die Lösung erklärt, nach der du gerade suchst.

Text: Elisa Matz

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