Depressiv? Was tun, wenn es dir oder anderen schlecht geht?

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Was, wenn aus dem „mal schlecht drauf sein“ Wochen werden? Oder Monate? Wenn es dir selbst so geht oder du es bei Freunden oder der Familie beobachtest? Wir haben ein paar Tipps gesammelt.

© flo-flash / photocase.de

Depression ist eine ernstzunehmende Krankheit. Betroffene haben das Gefühl, in einer schwarzen Wolke eingehüllt zu sein.

Symptome erkennen!

Erst einmal geht es darum zu verstehen, was los ist. Eine Depression ist mehr als manchmal traurig zu sein. “Eine Depression ist anders. Wer depressiv ist, den plagt eine allgemeine, tiefe Bedrücktheit und das Gefühl absoluter Hoffnungslosigkeit. Eine Depression ist eine echte Krankheit”, erklärt Dr. Anne Moschner, Psychologin bei der Techniker Krankenkasse. Wenn du keinen Appetit mehr hast, nicht einschlafen kannst, innerlich unruhig bist oder keinen Spaß mehr an Sachen hast, die dir eigentlich immer Spaß gemacht haben, können das auch Anzeichen einer Depression sein. Ganz wichtig, statt deine Symptome zu googlen (da kommt immer das Schlimmste heraus), hol dir anderswo Orientierung. Auf FIDEO kannst du in einem Test rausfinden, ob hinter deinen Beschwerden eine Depression stecken könnte. Eine genaue Diagnose kann aber nur ein Arzt stellen.

Sprechen hilft! Du bist kein Psycho!

Wenn es dir über einen längeren Zeitraum nicht gut geht, igele dich nicht ein. Klar, es ist ein großer Schritt, jemandem zu sagen, wie es wirklich in dir aussieht. Da ist die Angst, als "emo“, "psycho“ oder "krank“ abgestempelt zu werden. Oft, wenn wir mit anderen reden, merken wir: So anders und unbekannt sind unsere Sorgen nicht. Ganz ehrlich, auf eine Art kennt jeder diese Gefühle. Damit nicht alleinzubleiben hilft sie besser einzuordnen. Du kannst mit einem guten Freund oder deinen Eltern darüber sprechen. Du kannst dich aber auch an eine “neutrale” Person – einen Therapeuten oder eine Beratungsstelle wenden – manchmal ist das sogar leichter. “Sprechen hilft! Und es ist erlaubt sich Hilfe zu suchen. Das ist absolut keine Schwäche. Ich sehe das eher als Stärke”, sagt auch Aurea, die selbst depressiv ist und die wir porträtiert haben.

Depressiv, aber nicht verrückt

Depressionen zu haben heißt nicht mal einen schlechten Tag zu haben. Wer depressiv ist, der durchlebt ganz andere Gefühle. Aurea und Julia wissen das aus eigener Erfahrung.

Mehr erfahren

Keine Angst vor Beratungsstellen – Jugendliche beraten mit

Wer sich lieber erstmal langsam herantasten will: Die Nummer gegen Kummer etwa kannst du nicht nur anrufen, du kannst auch einfach eine Mail schreiben. “Wir helfen anonym, kostenlos und vertraulich. Wir hören zu, trösten, machen Mut, motivieren zu eigenständigem Handeln und vermitteln bei Bedarf begleitende Hilfsangebote vor Ort”, erzählt Maike Canisius. Die Diplom-Pädagogin arbeitet bei Nummer gegen Kummer e.V. als Fachberaterin für die em@il-Beratung. Wer es komisch findet mit Erwachsenen zu sprechen, denen schlägt sie vor, samstags zwischen 14 und 20 Uhr anzurufen. Dann sitzen die 16- bis 21-Jährigen, geschulten Berater von "Jugendliche beraten Jugendliche“ am Telefon.

So kannst du anderen helfen

Vielleicht hast du das Gefühl, dass es einem Freund von dir nicht gut geht? Wenn sich jemand plötzlich stark zurückzieht, nichts mehr unternehmen möchte und dir fremd vorkommt, kann das ein Hinweis für eine Depression sein, wie Psychologin Dr. Moschner bestätigt. Julia, die bereits selbst depressiv war, findet: “In so einer Situation hilft es am meisten, wenn man der depressiven Person einfach zuhört, für sie da ist. Blöde Sprüche wie ‘Lach doch mal’ oder ‘Reiß dich zusammen’ sind total unangebracht“. Setz dich selbst jedoch nicht zu sehr unter Druck eine Lösung zu finden. Du kannst nur einen Anschub geben und musst nicht die Sorgen anderer auf dich laden. Auch du kannst dich übrigens jederzeit an die Nummer gegen Kummer wenden.


Nützliche Kontakte, falls du oder deine Freunde mal Hilfe brauchen:

@ inkje / photocase.de

Du kannst dir Hilfe bei einem Arzt holen, zum Beispiel dem Hausarzt, einem Psychotherapeut oder bei einer Beratungsstelle. Ein gute Möglichkeit für eine erste Orientierung sind bundesweite Kontaktstellen, die sich gut auskennen. Sie helfen weiter, zum Beispiel wenn du bei dir im Ort niemanden kennst.

Nummer gegen Kummer e.V.
Kinder- und Jugendtelefon (deutschlandweit)
116111 oder 0800-1110333
Montag bis Samstag, 14.00 - 20.00 Uhr

Jugendnotmail
Einzelberatung per E-Mail oder Hilfe im Themenchat
Rückfragen auch unter (030) 804 966 93
info@jugendnotmail.de

FIDEO - Stark gegen Depression steht für FIghting DEpression Online
Online-Informationsangebot mit integriertem Diskussionsforum für junge Menschen
 
Selbsthilfe für Jüngere
Junge Selbsthilfegruppen finden – Stichwort “Depression”

Deutsche Depressionshilfe 
Info-Telefon Depression
0800-33 44 533
Montag, Dienstag & Donnerstag, 13.00 bis 17.00 Uhr sowie Mittwoch & Freitag von 8.30 bis 12.30 Uhr
 
In akuten Notsituationen kannst du dich an die Notaufnahme jedes Krankenhauses wenden oder die 112 wählen.


Text: Milena Zwerenz


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JAM!

Lieber Sam,
hier auch nochmal danke für deinen Kommentar!
Wir sind froh darüber, dass dir dieser und auch der andere Artikel weiterhelfen konnten. Natürlich dienen die Artikel nur dazu aufzuklären, Mut zu machen und Kontaktmöglichkeiten zu bieten. Bei solch ernsthaften Angelegenheiten ist es sehr wichtig, einen Arzt oder Therapeuten aufzusuchen. Auch wenn es nicht immer leicht ist, einen Termin zu bekommen.
Wir hoffen sehr, dass du weiterhin deinen Antrieb behältst und es dir mittlerweile schon etwas besser geht.
Dein JAM!-Team

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Bin.Sam.

DANKE,
sind tatsächlich in unserer heutigen Gesellschaft so verquirlte, spießige Menschen! Die es sich selbst nicht eingestehen können und den anderen mit Worten von hier, hierzu helfen wollen, frag Ich mich! Euere Texte zu diesem Thema sind echt stark und helfen einem, deshalb kann Ich nicht genug danken!
Bin auch einer der betroffenen, mein Neurologe hat mir bereits ca. mitte Januar eine Psychologische Therapie emfohlen, mein Hausarzt hat mir letzte Woche Montag eine Einschreibung ins Krankenhaus verschrieben dafür! Weil, Ich alleine Lebe mir keiner Antrieb gibt, fehlte immer der letzte funke. Ich "hoffe" nun durch eure Texte und bpsl. mit Mitmenschen verschaffen mir jetzt diesen letzten Antrieb! So das Ich Morgen ins Krankenhaus mich dazu bewegen und hingehen kann! Was Ich sehr schlecht leider finde, ist das man "sehr Schwer" ein Therapieplatz beim Psychologen bekommt! Ich hatte vor ca. 10 Tagen mehrere angerufen. Eine Sprechhilfe war rafiniert fragte mich was Ich hätt? Weil Ich zuvor nichts damit noch nicht zu tun hatte, sagte Ich nach einem Internet Test das es vielleicht Adhf sein könnte! Da meinte Sie die Tests machen wir erst nach Ostern wieder! Eine andere Praxis sagte, versuchen Sie es in 2 - 3 Wochen wieder und das Sie mir nichts festes versprechen kann! Hatte mich bloß noch depressiver gemacht! Wie es mir zur Zeit geht möchte Ich euch allen ersparen, damit sich euer Magen nicht umdreht! Um es kurz zu fassen "HILFE, HOLT MICH HIER RAUS"!!!