Anderssein

Eigentlich bin ich ganz anders! – 10 Fakten zum Anderssein

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So viel schon mal vorab: Du fällst gar nicht so auf, wie du denkst. Und manchmal sind echt die Verlierer die Gewinner. Ein kleiner Einblick in verrückte Forschungen und echte Erkenntnisse.

1. Großzügig von dir – Bonobos teilen ihr Essen lieber mit Fremden

Bonobos sind ohnehin die Supersozialen unter den Affen. Nun haben Zoologen eine weitere Eigenschaft der schlauen Tiere herausgefunden. In einem Experiment haben sie 15 Affen zusammengebracht, die sich zum großen Teil vorher nicht kannten. Nachdem sie ihnen nacheinander zu essen gaben, futterten 13 von ihnen das Obst nicht etwa selbst auf, sondern gaben einen Teil davon ab – und das sogar bevorzugt an die fremden Artgenossen. So knüpfen die Menschenaffen neue Kontakte, sagen die Forscher.

2. Yee-haw! – Country-Fans sind treuer als Hip-Hopper

Sag mir was du hörst, und ich sage dir, ob du in den letzten fünf Jahren mit mehr als einem Partner Sex hattest. Diese Gleichung legt eine Studie der University of Leicester nahe. Das Ergebnis ihrer Befragung in Großbritannien lautet angeblich: 38 Prozent der Hip-Hop-Fans hätten in diesem Zeitraum mehrere Bettgenossen gehabt. Bei den Liebhabern von Country-Klängen seien es hingegen nur 1,5 Prozent gewesen. Wir sind nicht ganz sicher, was wir davon halten sollen. Denn was heißt das dann für jene, die sagen „Ich höre eigentlich alles“?

3. Gönnen können – verdienter Neid kann motivieren

Um Neid ist niemand zu beneiden. Doch so schlecht wie ihr Ruf ist diese ach so menschliche Empfindung gar nicht. Zumindest wenn es sich um positiven Neid handelt: Denn „guter“ Neid kann motivieren, haben niederländische Wissenschaftler herausgefunden. Glaubten die Testpersonen in den Versuchen der Wissenschaftler, dass der beneidete Erfolg durch Anstrengung verdient wurde, spornte sie dies an. Die schlechtgelaunten Neider hingegen dürften an dem Gefühl tatsächlich wenig Freude haben. 

4. Liebenswerte Nerds – Rollenspieler sind alles andere als asozial

Sie wollen bloß der Realität entfliehen und können nichts mit echten Menschen anfangen. So lautet das gängige Vorurteil gegenüber Menschen, die stundenlang im Internet Rollenspiele zocken. Von wegen! Nachdem Forscher Gamer an unterschiedlichen „Spielorten“ besuchten, waren sie überzeugt: Passionierte Gamer sind alles andere als asozial. Sie bewegen sich nicht nur in virtuellen Welten, sondern agieren gerade beim Spielen vielfältig mit anderen Menschen. Das gilt auch für jene, die in Online-Spielen wie „World of Warcraft“ in die Identität von besonders üblen Kreaturen schlüpfen.

5. The winner takes nothing – Kärpfling-Weibchen paaren sich lieber mit Verlierern

Normalerweise erwählen Weibchen den Mann mit dem größten Geweih, dem schönsten Federkleid oder den Sieger eines Kampfes um das Privileg der Paarung. Nicht so die winzigen Atlantik-Kärpflinge. Streiten sich zwei Männchen vor den Augen eines Weibchens, bekommt in der Regel der Verlierer den Vorzug. Das machen die wenige Zentimeter großen Fische aber nicht aus Mitleid. Das stärkere Tier wirkt nach dem Kampf auf das Weibchen schlicht zu aggressiv für die Paarung. 

6. Lach doch mal – in Selfies aus Bangkok hat man den meisten Spaß

Kinn hoch und noch ein Schnütchen? Um herauszufinden, wie sich Selfies weltweit unterscheiden, haben die Macher von Selfiecity tausende Instagram-Bilder ausgewertet – aufgenommen in einer Woche in Moskau, Sao Paolo, Berlin, Bangkok und New York. Im Vergleich zeigte sich dann beispielsweise, dass in Moskau eher gegrummelt wird und man in Selfies aus Bangkok am breitesten lacht. Nur an das Wetter haben die Analysten nicht gedacht: Denn vielleicht wird ja überall gelacht – Hauptsache, die Sonne scheint.

7. Der Spotlight-Effekt – du fällst gar nicht so auf, wie du denkst

„Hoffentlich hat das keiner gemerkt“, denkt man, wenn mal etwas Peinliches passiert. Und meistens hat tatsächlich keiner Notiz vom eigenen Ausrutscher genommen. Man selber nimmt jedoch peinliche Situationen verstärkt wahr. Psychologen nennen das den Spotlight-Effekt: Wir überschätzten die Aufmerksamkeit, mit der uns die Mitmenschen normalerweise begegnen – und übersehen dabei, dass diese ebenfalls eher auf sich fixiert sind. Getestet haben das Wissenschaftler übrigens schon in den 70er-Jahren, indem sie Studenten mit dem Shirt eines üblen Schnulzen-Sängers über den Campus schickten. Während diese sich in Grund und Boden schämten, fiel es anderen kaum auf. 

8. Achtung Kopfnicker – Gesten bedeuten nicht überall dasselbe

Je nach Land haben auch unsere Gesten verschiedene Bedeutungen. In Australien oder Großbritannien empfiehlt es sich, das Victory-Zeichen nicht mit dem Handrücken nach vorne zu zeigen. So gedreht gilt es nämlich als ziemlich üble Beleidigung und heißt etwa „Hau ab“. Ja, denkt ihr, kein Problem. Dabei solltet ihr in Indien, Pakistan und Bulgarien allerdings nicht mit dem Kopf nicken, das bedeutet nämlich das genaue Gegenteil: Nein! Also am besten sich immer an die eigene Nase fassen, beziehungsweise in Japan mit Zeige- oder Mittelfinger auf sie deuten. So zeigt man dort nämlich, dass man selbst gemeint ist.

9. Bei stillen Wassern ist viel los – im Gehirn

Ob jemand Showmaster oder ein eher stilles Gemüt ist, gibt auch die Natur vor. Forscher haben das Verhalten von Extrovertierten und Introvertierten auf unterschiedliche Gehirnaktivitäten zurückgeführt. Bei Introvertierten kann man sich bestimmte Bereiche des Gehirns in ständiger Aktivität vorstellen. Um sich zu schützen, ziehen sich die stillen Zeitgenossen häufiger zurück. Bei Extrovertierten ist das Gehirn nicht so empfindlich gegenüber Reizen. Mit unterschiedlicher Intelligenz hat das übrigens nichts zu tun.

10. Schön ist anders – Schönheitsideale unterscheiden sich

Was ist schön? Auf diese Frage finden eine Million Menschen eine Million Antworten. Und das hängt auch von der Kultur ab, in der man aufgewachsen ist. Sind in afrikanischen Ländern runde Pos begehrt, kommt es in China auf die Körpergröße an. Und während man hierzulande ins Solarium rennt, ist in Asien vornehme Blässe angesagt – so wie auch in Europa in ferner Vergangenheit. So bewies man damals, dass man harte Arbeit auf dem Feld nicht nötig hatte. Wir könnten jetzt noch verraten, in welcher Zeit das Doppelkinn begehrt war, enden aber lieber hiermit: in einer Umfrage eines Kosmetik-Herstellers waren sich 80 Prozent der Befragten einig, dass jede Frau auf ihre ganz eigene Weise schön sei.  

Text: Andreas Pankratz
Illustrationen: Robert Matzke