Wenn Menschen mit Behinderung die Hauptrolle spielen

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Was wäre wohl passiert, wenn Johnny Depp als Pirat in Fluch der Karibik in Gebärdensprache verhandelt hätte? Oder Boxlegende Rocky als Rollifahrer seine Kämpfe gewonnen hätte? Was bei Game of Thrones schon lange normal ist, könnte doch auch für andere Serien und Filme gelten: Menschen mit Behinderung spielen eine Hauptrolle!


Wie Fluch der Karibik, Rocky oder Dirty Dancing mit leicht anderer Besetzung aussehen könnten, zeigt die Aktion Mensch in mehreren kleinen Filmen auf You Tube.

Aktion Mensch #FilmeMalAnders auf You Tube

Who's excited to see the Lannisters tonight?

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Bei Game of Thrones ist er einer der Lieblinge: Tyrion Lannister ist witzig, manchmal mies, oft gerissen, mal verliebt, mal nimmersatt, dann wieder hilfsbereit oder auch auf den eigenen Vorteil bedacht. Und ja kleinwüchsig ist der Schauspieler Peter Dinklage, der die Figur des Tyrion seit der 1. Staffel spielt, auch. Zeit, nochmal auf unsere Filme-Favoritenliste zu schauen: Könnte man die nicht auch noch etwas vielfältiger gestalten?

In amerikanischen Serien wie "Glee", "Scream Queens", "Faking it" oder auch "Switched at Birth" ist das längst keine Seltenheit mehr: hier rollt die beste Freundin mit dem Rollstuhl durchs Bild, wenn sie Jungsratschläge gibt, der Highschool-Erzfeind ist gehörlos oder die Schülersprecherin kleinwüchsig. Und dass sie eine Behinderung haben, ist nicht die Hauptsache, sondern einfach Teil der Lebenswelt - ganz gleich in welchem Setting.

Und auch im deutschen Fernsehen tut sich was. Etwa wenn der "Tatortreiniger" alias "Schotty" mit einer Rollstuhlfahrerin hauptsächlich über Veganismus streitet ist der Rollstuhl hier nur kurz interessant. Bitte mischen heißt es auch immer wieder im echten "Tatort". Hier zeigt die kleinwüchsige Schauspielerin Christine Urspruch den zwei Münsteraner Kommissaren immer wieder, wo es lang geht. Zuletzt gab auch der gehörlose Schauspieler Benjamin Piwko sein Debüt im saarländischen Tatort. 

Wie die Medienwelt teilweise mit dem Thema Behinderung umgeht, damit hat sich auch Raul Krauthausen in seinem Blogbeitrag Filmreife Behinderung beschäftigt.


Text: Paulina Conrad