Extrem-Hindernislauf

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Das ist für alle extrem anstrengend: Hindernislauf über Stock und Stein. Mittendrin ist Michaelrobbert, auf einem Bein und mit Krücken.

Schlamm, Holzwände, Wassergräben: Die Extrem-Hindernisläufe, an denen Michaelrobbert aus Zeewolde in den Niederlanden, teilnimmt, sind kein Zuckerschlecken. Hier werden Ausdauer, Kraft, Geschicklichkeit und Koordination gefordert. Auf der Strecke stehen Hindernisse im Weg: Gerüste, über die geklettert werden muss, Matsch, durch den man robben muss, oder Seile, an denen man sich herablassen muss. Michaelrobbert nimmt an zahlreichen solcher Läufe teil und das mit einem Bein und auf Krücken. Während des Rennens hilft ihm dann ein einfacher Trick: "Ich benutze ganz normale Krücken und habe einfach ein Gummi an ihnen befestigt. So kann ich sie wie ein echter Ninja tragen. Aber die meiste Zeit halte ich sie einfach oder schmeiße sie über das nächste Hindernis.“

"Ich laufe immer weiter, auch wenn ich gerade nicht mehr kann“

© Pixel Dezign

Michaelrobbert mit übergeschnallten Krücken.

Wegen einer Krebserkrankung musste ihm vor 15 Jahren sein rechtes Bein abgenommen werden. Auf der Suche nach einem Sport, der ihn glücklich macht, landete er beim holländischen Behindertensport-Extrem-Hindernislauf-Team NO-Limits. Hier hätte er festgestellt, dass es sogar mit Behinderung kein Limit gebe, sagt Michaelrobbert. Neben den Runs macht er zudem noch Crossfit, also Krafttraining, und ist damit nicht nur ein extremer Läufer, sondern auch extrem durchtrainiert.

Am Anfang fiel es ihm bei den Hindernisläufen noch schwer, die drei Meter hohe Holzwand zu überwinden. Zwei Jahre später ist das für ihn die leichteste Übung. Am besten gefällt dem 34-jährigen an seinem Sport aber die geistige Herausforderung: "Während eines Laufes ist es für mich hart, meine Geschwindigkeit beizubehalten. Doch sobald ich anfange zu gehen, war’s das. Ich laufe also immer weiter, auch wenn ich gerade nicht mehr kann“.

Michaelrobbert auf der Extrem-Strecke:

 

Neben den Teilnahmen an den Extrem-Hindernisläufen hat er schon den Ben Nevis, einen Berg in Schottland, bestiegen und den Weltrekord für den schnellsten Mann auf Krücken mit einem Bein aufgestellt. Fünf Kilometer rennt er in 38 Minuten.

Jetzt will er als Motivationsredner auch andere pushen: "Mir haben die Extrem-Hindernisläufe dabei geholfen, mein neues Ich zu finden, jetzt helfe ich anderen“. Sein nächster Lauf ist das Spartan Race Florida im Dezember. Dort wartet schon die nächste Holzwand auf ihn, die überwunden werden will.

Michaelrobbert online:
Web   Instagram   Facebook 


Text: Milena Zwerenz

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