Jessica Rihal, Curvy Yogi: Sei dein eigener Held

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Wer sagt denn, dass Yoga nur für eine bestimmte Körperform gut ist? Richtig, keiner! Und Jessica ist das beste Beispiel dafür, dass ein taufrischer Sonnengruß nichts mit dem Gewicht zu tun hat.

© Jessica Rihal

Jessica Rihal macht den Sonnengruß unter freiem Himmel.

Jessicas Lieblings-Yogapose ist das Kamel, eine dehnende Rückwärtsbeuge: "Bei der Übung werden der Brustkorb und das Herz richtig geöffnet, das kurbelt meinen Kreislauf an". Seit einigen Jahren - an den ersten Tag kann sich Jessica gar nicht mehr genau erinnern - macht sie jetzt schon Yoga. Und zeigt, wie egal die Körperform beim Sport ist. Denn es geht um etwas ganz anderes.

Gedanken aus, Körpergefühl an

Am besten gefällt Jessica an Yoga, dass der Sport einen doppelten Effekt hat: Während sie sich bewegt und von einer Yogapose in die nächste gleitet, kommt sie gleichzeitig zur Ruhe und kann abschalten. Das hat natürlich nicht von der ersten Yogastunde an geklappt. "Am Anfang habe ich zu viel auf einmal gewollt – und mich dabei auch verletzt. Ich war ziemlich damit beschäftigt, in bestimmten Posen gut auszusehen. Aber je mehr ich über Yoga gelernt habe, desto mehr konnte ich aufhören, mir über mich Gedanken zu machen", erinnert sich Jessica an ihre ersten Versuche. Mit der Zeit habe sie auch ihren Körper ganz anders wahrgenommen, so wie das bisher kein anderes Training beeinflussen konnte: "Ich verstehe mittlerweile, wie sehr meine Gedanken, meine Atmung und mein Stresslevel auf mein Körpergefühl einwirken und mit welchen Mittel ich selbst kämpfen kann."

"Irgendwie hatte ich das Gefühl, es sei an der Zeit, mein eigener Held zu sein.“

Auf Instagram sieht man Jessica in ihrer ganzen Pracht. Dass sie ihren Weg als Yogi online teilt, war für sie auch ein Geschenk an sich selbst: "Ich finde, dass es wichtig ist, dass jegliche Körperform sichtbar und vertreten ist. Wie wir uns und andere sehen, wird zum größten Teil durch das beeinflusst, was wir vorgehalten bekommen. Als ich erwachsen wurde, habe ich mich selbst in keinem schönen Licht wahrgenommen. Irgendwie hatte ich das Gefühl, es sei an der Zeit, mein eigener Held zu sein." 

Jessica Rihal bei ihrer Lieblingspose - Kamel

Auf Instagram sieht man Jessica in ihrer ganzen Pracht. Dass sie ihren Weg als Yogi online teilt, war für sie auch ein Geschenk an sich selbst: "Ich finde, dass es wichtig ist, dass jegliche Körperform sichtbar und vertreten ist. Wie wir uns und andere sehen, wird zum größten Teil durch das beeinflusst, was wir vorgehalten bekommen. Als ich erwachsen wurde, habe ich mich selbst in keinem schönen Licht wahrgenommen. Irgendwie hatte ich das Gefühl, es sei an der Zeit, mein eigener Held zu sein."  

Heute packt Jessica ihre Yogamatte regelmäßig aus, etwa dreimal die Woche. Und sie ermutigt auch andere Frauen – ganz gleich mit welcher Körperform –, es ihr nachzutun: "Ich glaube, wir befinden uns in der Mitte einer kleinen Revolution. Die Art, wie sich Menschen, besonders Frauen, selbst sehen und ihren Körper wahrnehmen, ändert sich". Gerade arbeitet Jessica an ihrer Ausbildung zur Yogalehrerin. Sie möchte noch viel mehr Frauen dabei helfen, sich nicht mehr selbst im Weg zu stehen. In Kamelpose fühlt sich das Leben eben einfach etwas viel entspannter an.


Text: Milena Zwerenz / Fotos & Videos: Jessica Rihal

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