Parkourläufer

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Schnell durch die Stadt klettern und springen. Jogginghose an und los. Scheiß auf Style, auf Größe. Ihab liebt seinen Sport: Parkour.

Als Ihab, 21, aus der Nähe von Mainz, vor fünf Jahren mit Parkourlauf angefangen hat, war das vor allem aus Neugier. Die Sportart unterschied sich von anderen, auch weil man sie jederzeit und überall ausführen kann, auch als Kleinwüchsiger. Denn Trainingsort ist immer die Umgebung. Ein Parkourläufer, auch Traceur genannt, bestimmt seinen eigenen Weg durch die Stadt oder Natur und folgt nicht etwa Straßen und Wegen, sondern klettert beispielsweise über Mauern und Dächer. Jedes im Weg stehende Hindernis versucht er durch geschickte Bewegungen zu überwinden. Eine besondere Ausrüstung braucht man dafür nicht. Auch Ihab hat sich einfach Jogginghose und Schuhe angezogen und losgelegt. Denn für Parkour müssen auch sonst keine Voraussetzungen erfüllt werden.

Ihab in Action: 


"Mittlerweile mache ich den Sport aus Überzeugung, weil es eine Lebenseinstellung ist“

Gerade das gefällt Ihab an dem Sport: Jeder kann ihn machen. Egal, ob klein oder groß, dick oder dünn. Man gehe einfach raus, könne abschalten und sich voll auf den Sport konzentrieren, sagt er. Und jeder Traceur habe seinen eigenen Bewegungsstil. Es würde nicht zwischen guten und schlechten Traceuren unterschieden, jeder sei auf seine eigene Weise gut. Außerdem würde jeder jeden in der Parkour-Community akzeptieren: "Alle sind wie Brüder und Schwestern zueinander“.

Vor dem Training macht Ihab immer einen Aufwärmzirkel und übt unter anderem Sprünge von einem auf einen anderen Punkt, auch "Saut de Précision“ genannt oder "Passe muraille“, also eine Mauer hochzulaufen. Besondere Tipps hat er dabei nicht – auch nicht für kleinwüchsige Traceure. Er rät einfach nur dazu, ruhig und konzentriert an die Sache heranzugehen und nicht zu verzagen, wenn etwas nicht klappt. Die Routine käme mit der Zeit und jeder Run sei etwas Besonderes. "Mittlerweile mache ich den Sport aus Überzeugung, weil es eine Lebenseinstellung ist“, meint Ihab. Man glaubt es ihm sofort.


Text: Milena Zwerenz

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