Wakeboarden im Sitzen

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Wakeboarden ist immer nass und macht immer Spaß. Genau so etwas wollte Antonio. Rampen, Kurven, Tricks. Also machte er sich daran, sich sein eigenes Sit-Wakeboard zu bauen.

Sneaker an, anschnallen, auf Startsignal warten und los. "Sich bei 30 km/h oder schneller tief in die Kurve zu drücken und das Wasser zu verdrängen, ist ein ziemlich schönes Erlebnis und macht Spaß“, sagt Antonio aus Hamburg. Wakeboarden ist ein bisschen wie Snowboarden auf dem Wasser. Man wird von einer Seilbahn, einem Motorboot oder einem Jetski durch das Wasser gezogen und kann sich einfach nur gleiten lassen, Kurven fahren oder über Rampen springen. Im Gegensatz zum Wasserski, das sich besser für hohe Geschwindigkeiten eignet, geht es hier darum, Tricks zu machen. Am besten am Sit-Wakeboarding gefälltAntonio, dass er dabei ein ähnliches Gefühl wie beim Ski- oder Snowboardfahren hat. Denn damit hat der 31-Jährige Erfahrung: vor seinem Unfall 2010 ist er viel Skateboard gefahren und hat außerdem als Snowboardlehrer gearbeitet.

"Da muss doch noch mehr gehen!"

Als er vor drei Jahren zum ersten Mal mit der Rollstuhlfahrergruppe H2Oski Wasserski gefahren ist, war er direkt von Wassersportarten angefixt. Da muss doch noch mehr gehen!, war sein Gedanke, und hat noch mehr zum Thema recherchiert und ist schließlich über das Video eines Sitz-Wakeboarders gestolpert. "Da wusste ich, das ich das auch machen möchte“, erinnert er sich.

Den ganzen Sommer 2014 tüftelte er schließlich mit einem Freund, der Stahlbauer ist, an seinem Wakeboardsitz. Denn die Sportart gibt es für Rollifahrer in Hamburg bisher nicht. Antonio kontaktierte andere Sitzwakeboarder und entwarf anhand von Fotos eine Vorlage für seinen eigenen Sitz.

Das Aluminiumgestell baute sein Kumpel nach dem Vorbild der Profis aus Italien und Frankreich. Die Monoskisitzschale, die auf das Gestell kommt, bekam er geschenkt. Dann ging’s ans Eingemachte: Nach ein paar Fehlstarts konnte Antonio ziemlich schnell seine Runden drehen. Diese Saison hat er angefangen, auch erste Tricks zu lernen. Einige Versuche hat er auf seinem YouTube Channel gepostet. Am liebsten fährt er in Norderstedt oder Pinneberg. Natürlich auch in der nächsten Saison.

Der Franzose Jerome Elbrycht ist einer der besten Sitzwakeboarder der Welt:


Text: Milena Zwerenz

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