Yoga mit Beinlähmung

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Mit Krücken auf die Matte, dann kann’s loslegen. Tiffany macht Yoga mit einer starken Lähmung in den Beinen. Vom Sonnengruß bis zu allen möglichen verrückten Yogaposen.

© Tiffany Joiner

Auch im Wasser kann Tiffany ihren Körper beim Yoga spüren.

Ganz genau zu spüren, wie sich der eigene Körper gerade anfühlt, ob man atmet oder nicht: Das Körperbewusstsein ist das, was Tiffany aus London, am meisten am Yoga mag. Sie versucht, sich jeden Tag Zeit dafür zu nehmen. Manche Posen sind dabei etwas schwieriger als andere, denn sie ist seit einem Unfall vor acht Jahren von der Hüfte abwärts zu 85 Prozent gelähmt. 

© Tiffany Joiner
© Tiffany Joiner
© Tiffany Joiner

"Es ist verrückt, an wie viel sich mein Körper erinnern konnte, obwohl ich so lange kein Yoga gemacht hatte.“

Zuvor hatte sie ein Jahr als Yogalehrerin gearbeitet, nach ihrer Rückenmarksverletzung brauchte sie aber erstmal etwas Zeit, wieder Spaß an dem Sport zu finden. Vor etwa eineinhalb Jahren entschied sie sich dann, wieder regelmäßig zu Vinyasa-Yogakursen zu gehen. Dabei lernte Tiffany, wie sie bestimmte Übungen verändern muss, damit sie sie immer noch machen kann. "Es ist verrückt, an wie viel sich mein Körper erinnern konnte, obwohl ich so lange kein Yoga gemacht hatte“, erzählt sie.

Wenn man auf Tiffanys Instagram-Account schaut, sieht man sie in allerlei verrückten Yoga-Posen, von Kopfständen, über Spagats, bis hin zu übertriebenen Dehnungen. Beim Sonnengruß läuft sie samt Krücken auf die Matte, lässt diese nacheinander zur Seite fallen und legt los.

Posen im Stehen fallen ihr am schwersten, sagt Tiffany, da sie keine funktionierenden Muskeln in den Kniesehnen, äußeren Oberschenkeln und Pobacken hat und ihre Füße komplett gelähmt sind. Damit sie trotzdem nicht aus dem Gleichgewicht gerät, hält sie sich einfach immer an etwas fest. Eine Wand, ein Baum, an ihren Krücken. Wenn sie zu ihrer Yogastunde geht, schaut sie deshalb als Erstes nach einem Platz in Säulen- oder Fensterbanknähe. Ihre Lieblingspose beim Yoga heißt übrigens Ardha Matsyendrasana, der Drehsitz.

Welche andere Sportart sie noch gerne mal ausprobieren würde? Snowboarding und Kitesurfing, sagt sie. Denn eigentlich ist sie ein kleiner Adrenalin-Junkie.


Text: Milena Zwerenz

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