Jungs sind so, Mädchen auch

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Tränen, Liebe, Zeitvertreib. Wir haben Jungs und Mädchen gefragt: Was ist euch wichtig, was mögt ihr am anderen Geschlecht und wer macht eigentlich wirklich den ersten Schritt? Hier sind eure Antworten.

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Was machst du mit Freuden?

Lotta: Lachen, essen, feiern, lästern (selten) und wirre Gespräche führen, die nur wir verstehen. Maya: Gemeinsam kochen, Feiern gehen, Film- und Spieleabende, einfach nur Musik hören und quatschen. Jessica: Ich feiere gern. Manchmal ist es aber auch einfach schön, in Ruhe miteinander zu reden und sich den Mist von der Seele zu quatschen. Felix: Feiern gehen und endlos lange tiefphilosophische Konversationen führen. Jonathan: Kommt auf Lust, Laune und natürlich aufs Wetter an: feiern gehen, aber auch mal gemütlich chillen. Gabriel: In Bars/Kneipen gehen und über (un)wichtige Angelegenheiten philosophieren. 


Jessica:

Ich feiere gern. Manchmal ist es aber auch einfach schön, in Ruhe miteinander zu reden und sich den Mist von der Seele zu quatschen.



Lotta:

Ich sitze gerne breitbeinig.


Unter uns: Woran hast du Spaß, was angeblich nur das andere Geschlecht macht?

Joy: Computerspiele. Lotta: Ich sitze gerne breitbeinig. Maya: An vielem... Ich spiele Fußball, studiere Physik und fahre Motorrad und habe in einer Autowerkstatt gearbeitet. Ich habe kein Problem damit, mich dreckig zu machen. Felix: Taylor Swift hören. Christopher: Ich kaufe gern viel ein. Gabriel: Quatschen. 

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Ronja:

Dass Jungs weniger streiten und sich oft weniger für Dinge schämen, die einem als Mädchen schnell peinlich sind.


Was bewunderst du am anderen Geschlecht?

Jessica: Da fällt mir nichts ein – ich bin gern ein Mädchen. Maya: Dass Jungs viel offener miteinander umgehen und geradeheraus sagen, was sie denken. Ronja: Dass Jungs weniger streiten und sich oft weniger für Dinge schämen, die einem als Mädchen schnell peinlich sind. Joy: Das Lange-draußen-bleiben-ohne-Ärger-zu-bekommen. Felix: Dass sie offen miteinander reden können und ihre Schönheit. Gabriel: Die Fähigkeit, sich auch über das fünfte Paar Schuhe zu freuen. Nico: Ich bewundere die manipulative Kraft von Frauen, ihre Multitasking-Fähigkeit und dass sie größere Schmerzen als Männer ertragen können. 

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Wer macht den ersten Schritt beim Flirten? Du?

Jessica: Unterschiedlich. Ich mag Jungs mit Initiative, aber ich spreche auch schon mal jemanden an. Maya: Es gibt nicht den "ersten Schritt". Wenn es passt, gibt es von beiden Seiten Signale, die sich dann immer weiter verstärken, bis eindeutig klar wird, was Sache ist. Lotta: Neee, dafür bin ich viel zu schüchtern! Aber ich bin schlagfertig beim Zurückflirten, haha. Ronja: Ich mache nie den ersten Schritt, finde aber auch nicht, dass das  "Männersache" ist. Ich werde in solchen Situationen einfach unglaublich schüchtern, fände es aber toll, das nicht zu sein und auch mal auf den Mann zuzugehen. Joy: Kommt auf den Jungen an. Christopher: Definitiv! Ich bin sehr forsch und selten schüchtern. Felix: Der Junge. Das funktioniert meistens am besten. Doch wenn das Mädchen zuerst flirtet, ist das natürlich auch sehr nett. Tomeu: Ich bin schüchtern, deshalb brauche ich manchmal lange, aber in der Regel der Junge – Gentleman und so. Gabriel: Wenn nicht ich, wer sonst? Bisher habe ich zwar Gegenteiliges gehört, aber noch nicht erfahren oder bemerkt. 


Tomeu:

Ich bin schüchtern, deshalb brauche ich manchmal lange, aber in der Regel der Junge – Gentleman und so.


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Felix:

Ja, aber man sollte mindestens einmal offen aussprechen, dass man sich den anderen nur als Freund vorstellen kann. 


Können Jungs und Mädchen Freunde sein?

Jessica: Ja! Die Hälfte meines Freundeskreises besteht aus Jungs! Ich werde deswegen von anderen Mädchen manchmal schräg angesehen, aber ich finde die Gesellschaft von Jungs oft angenehmer, weil sie ruhiger und unkomplizierter sind. Ich kann mich auch eher für eine Diskussion über Sport oder Actionfilme begeistern als für GNTM. Joy: Auf eine gewisse Distanz ja. Felix: Ja, aber man sollte mindestens einmal offen aussprechen, dass man sich den anderen nur als Freund vorstellen kann. Maya: Klar! Ich bin sowohl mit Jungs, als auch mit Mädchen befreundet und es funktioniert wunderbar. Tomeu: Absolut. Meistens lernt man Mädchen kennen, weil sie einem gefallen. Aber manchmal merkt man, dass man sich gut versteht. Daraus können beide profitieren – zum Beispiel, wenn es um das Verständnis eines Jungen oder eines Mädchens geht. Lotta: Ja, aber ich hätte trotzdem etwas dagegen, wenn mein Freund eine beste Freundin hätte. Ist so ein Gefühl …

Wie stellst du dir Familie vor?

Jessica: Eine Familie ist eine Gemeinschaft aus Leuten, die durch Liebe und Verantwortungsbewusstsein miteinander verbunden sind. Joy: Leute, bei denen ich mich geborgen und willkommen fühle. Maya: Mutter, Vater, Kind(er), beide arbeiten, beide kümmern sich um den Haushalt und die Kinder. Felix: Zwei sich liebenden Menschen mit (vielen) glücklichen Kindern. Nico: Ich stelle mir eine Familie als Team vor: mit Macken, aber auch mit großartigen Eigenschaften. Tomeu: Man kann alles erzählen, bereden und diskutieren. Ich denke, dass ein offener Umgang eine Familie ausmacht, so dass sie für jeden eine wichtige Stütze ist. 


Nico:

Ich stelle mir eine Familie als Team vor: mit Macken, aber auch mit großartigen Eigenschaften.


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Dürfen Jungs weinen?

Christopher: Natürlich, die Mechanik ist doch die gleiche. Felix: Nein. Weinen sollte man als Junge nur bei hochemotionalen Momenten wie Tod der Oma. Ich habe seit circa zwei Jahren nicht mehr geweint, außer wenn mir etwas ins Auge gefallen war. Tomeu: Es gehört dazu, denn jeder hat mal ein Tief und da gibt es bestimmt viele Jungs, denen das guttut. Gefühle kann man nicht kontrollieren, auch Tränen nicht. Nico: Jungen dürfen weinen, aber nicht wegen jeder Kleinigkeit und nicht zu oft. Jonathan: Natürlich, man(n) versteckt es nur mehr. Maya: Auf alle Fälle. Die Frage ist, ob man es „attraktiv“ findet. Ich persönlich kann Menschen eher ernst nehmen, die wenig rumheulen, das gilt für beide Geschlechter. Ronja: Selbstverständlich! Hysterisches Heulen finde ich allerdings bei beiden Geschlechtern äußerst anstrengend. Jessica: Ja, und sich dann von uns trösten lassen.


Jonathan:

Natürlich, man(n) versteckt es nur mehr.



Lotta:

Mitten im Gespräch zu merken, dass mein Gegenüber keine Ahnung hat, wovon ich rede oder sich langweilt. 


Was ist dir peinlich?

Joy: Stolpern in der Öffentlichkeit. Lotta: Mitten im Gespräch zu merken, dass mein Gegenüber keine Ahnung hat, wovon ich rede oder sich langweilt. Maya: Eigentlich ziemlich wenig. Felix: Beinah alles. Nico: Mir sind Situationen peinlich, in denen ich nicht weiß, was ich sagen oder wie ich mich verhalten soll. Jonathan: Meistens sind mir Menschen peinlich, denen nichts peinlich ist. 


 

Unsere Fragen beantwortet haben:

Jessica, 19, wollte früher Motoradpolizistin werden. Heute studiert sie Jura.

Joy, 17, wollte früher Blumenverkäuferin werden, macht jetzt ihr Abi und will danach Grafikdesign studieren.

Christopher, 20, wollte früher schon Musiker werden und macht heute genau das. 

Felix, 17, wollte früher Richter werden und das will er heute auch noch.

Lotta, 18, war schon als Kind klar, dass sie etwas Kreatives machen will – Künstlerin, Fotografin, Journalistin. Nach dem Abi macht sie aber erst einmal ein FSJ

Tomeu17, wollte Nationalspieler sein und Papst! Jetzt wird er bei einem FJS mit Flüchtlingen arbeiten.

Maya, 20, wollte ganz lange Tierärztin werden, studiert jetzt Physik und will später in der Automobilbranche arbeiten.

Gabriel, 25, ist Physikstudent und arbeitet nebenbei als Verkäufer. Eigentlich wollte er  Polizist, Feuerwehrmann oder Müllmann werden. 

Ronja, 22, studiert Kunstgeschichte und Französisch. Als Kind war Busfahrerin ihr Traumberuf.  

Nico, 17, wusste früher nicht, ob er Meeresbiologe oder lieber Polizist werden soll. Jetzt geht er erst einmal für ein Jahr zur Bundeswehr. 

Jonathan, 17, hatte früher viele Traumberufe: Arzt, Lehrer, Dolmetscher und Pilot – letzteres ist immer noch sein Traum. 


Protokoll und Collage: Anja Schimanke