Jungs sind so, Mädchen auch

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Tränen, Liebe, Zeitvertreib. Wir haben Jungs und Mädchen gefragt: Was ist euch wichtig, was mögt ihr am anderen Geschlecht und wer macht eigentlich wirklich den ersten Schritt? Hier sind eure Antworten.

Ein Junge und ein Mädchen sitzen auf einem hohen Bordstein und gucken gelangweilt in die Kamera. © Armin Staudt-Berlin / photocase.de

Was machst du mit Freuden?

Lotta: Lachen, essen, feiern, lästern (selten) und wirre Gespräche führen, die nur wir verstehen. Maya: Gemeinsam kochen, Feiern gehen, Film- und Spieleabende, einfach nur Musik hören und quatschen. Jessica: Ich feiere gern. Manchmal ist es aber auch einfach schön, in Ruhe miteinander zu reden und sich den Mist von der Seele zu quatschen. Felix: Feiern gehen und endlos lange tiefphilosophische Konversationen führen. Jonathan: Kommt auf Lust, Laune und natürlich aufs Wetter an: feiern gehen, aber auch mal gemütlich chillen. Gabriel: In Bars/Kneipen gehen und über (un)wichtige Angelegenheiten philosophieren. 


Jessica:

Ich feiere gern. Manchmal ist es aber auch einfach schön, in Ruhe miteinander zu reden und sich den Mist von der Seele zu quatschen.



Lotta:

Ich sitze gerne breitbeinig.


Unter uns: Woran hast du Spaß, was angeblich nur das andere Geschlecht macht?

Joy: Computerspiele. Lotta: Ich sitze gerne breitbeinig. Maya: An vielem... Ich spiele Fußball, studiere Physik und fahre Motorrad und habe in einer Autowerkstatt gearbeitet. Ich habe kein Problem damit, mich dreckig zu machen. Felix: Taylor Swift hören. Christopher: Ich kaufe gern viel ein. Gabriel: Quatschen. 

Eine junge Frau mit braunen langen Haaren hält ein rotes und ein blaues Papierherz hoch © photocase.de

Ronja:

Dass Jungs weniger streiten und sich oft weniger für Dinge schämen, die einem als Mädchen schnell peinlich sind.


Was bewunderst du am anderen Geschlecht?

Jessica: Da fällt mir nichts ein – ich bin gern ein Mädchen. Maya: Dass Jungs viel offener miteinander umgehen und geradeheraus sagen, was sie denken. Ronja: Dass Jungs weniger streiten und sich oft weniger für Dinge schämen, die einem als Mädchen schnell peinlich sind. Joy: Das Lange-draußen-bleiben-ohne-Ärger-zu-bekommen. Felix: Dass sie offen miteinander reden können und ihre Schönheit. Gabriel: Die Fähigkeit, sich auch über das fünfte Paar Schuhe zu freuen. Nico: Ich bewundere die manipulative Kraft von Frauen, ihre Multitasking-Fähigkeit und dass sie größere Schmerzen als Männer ertragen können. 

Junge Frau küsst jungen Mann auf die Wange, Mann verzieht das Gewicht © Allegra47 / photocase.de

Wer macht den ersten Schritt beim Flirten? Du?

Jessica: Unterschiedlich. Ich mag Jungs mit Initiative, aber ich spreche auch schon mal jemanden an. Maya: Es gibt nicht den "ersten Schritt". Wenn es passt, gibt es von beiden Seiten Signale, die sich dann immer weiter verstärken, bis eindeutig klar wird, was Sache ist. Lotta: Neee, dafür bin ich viel zu schüchtern! Aber ich bin schlagfertig beim Zurückflirten, haha. Ronja: Ich mache nie den ersten Schritt, finde aber auch nicht, dass das  "Männersache" ist. Ich werde in solchen Situationen einfach unglaublich schüchtern, fände es aber toll, das nicht zu sein und auch mal auf den Mann zuzugehen. Joy: Kommt auf den Jungen an. Christopher: Definitiv! Ich bin sehr forsch und selten schüchtern. Felix: Der Junge. Das funktioniert meistens am besten. Doch wenn das Mädchen zuerst flirtet, ist das natürlich auch sehr nett. Tomeu: Ich bin schüchtern, deshalb brauche ich manchmal lange, aber in der Regel der Junge – Gentleman und so. Gabriel: Wenn nicht ich, wer sonst? Bisher habe ich zwar Gegenteiliges gehört, aber noch nicht erfahren oder bemerkt. 


Tomeu:

Ich bin schüchtern, deshalb brauche ich manchmal lange, aber in der Regel der Junge – Gentleman und so.


Zwei mit Gesichtern und Armen bemalte Finger, so dass diese aussehen, als seien sie verliebt. © itlookslikemaik / photocase.de

Felix:

Ja, aber man sollte mindestens einmal offen aussprechen, dass man sich den anderen nur als Freund vorstellen kann. 


Können Jungs und Mädchen Freunde sein?

Jessica: Ja! Die Hälfte meines Freundeskreises besteht aus Jungs! Ich werde deswegen von anderen Mädchen manchmal schräg angesehen, aber ich finde die Gesellschaft von Jungs oft angenehmer, weil sie ruhiger und unkomplizierter sind. Ich kann mich auch eher für eine Diskussion über Sport oder Actionfilme begeistern als für GNTM. Joy: Auf eine gewisse Distanz ja. Felix: Ja, aber man sollte mindestens einmal offen aussprechen, dass man sich den anderen nur als Freund vorstellen kann. Maya: Klar! Ich bin sowohl mit Jungs, als auch mit Mädchen befreundet und es funktioniert wunderbar. Tomeu: Absolut. Meistens lernt man Mädchen kennen, weil sie einem gefallen. Aber manchmal merkt man, dass man sich gut versteht. Daraus können beide profitieren – zum Beispiel, wenn es um das Verständnis eines Jungen oder eines Mädchens geht. Lotta: Ja, aber ich hätte trotzdem etwas dagegen, wenn mein Freund eine beste Freundin hätte. Ist so ein Gefühl …

Wie stellst du dir Familie vor?

Jessica: Eine Familie ist eine Gemeinschaft aus Leuten, die durch Liebe und Verantwortungsbewusstsein miteinander verbunden sind. Joy: Leute, bei denen ich mich geborgen und willkommen fühle. Maya: Mutter, Vater, Kind(er), beide arbeiten, beide kümmern sich um den Haushalt und die Kinder. Felix: Zwei sich liebenden Menschen mit (vielen) glücklichen Kindern. Nico: Ich stelle mir eine Familie als Team vor: mit Macken, aber auch mit großartigen Eigenschaften. Tomeu: Man kann alles erzählen, bereden und diskutieren. Ich denke, dass ein offener Umgang eine Familie ausmacht, so dass sie für jeden eine wichtige Stütze ist. 


Nico:

Ich stelle mir eine Familie als Team vor: mit Macken, aber auch mit großartigen Eigenschaften.


Nahaufnahme eines traurig blickenden Auges © Broken / photocase.de

Dürfen Jungs weinen?

Christopher: Natürlich, die Mechanik ist doch die gleiche. Felix: Nein. Weinen sollte man als Junge nur bei hochemotionalen Momenten wie Tod der Oma. Ich habe seit circa zwei Jahren nicht mehr geweint, außer wenn mir etwas ins Auge gefallen war. Tomeu: Es gehört dazu, denn jeder hat mal ein Tief und da gibt es bestimmt viele Jungs, denen das guttut. Gefühle kann man nicht kontrollieren, auch Tränen nicht. Nico: Jungen dürfen weinen, aber nicht wegen jeder Kleinigkeit und nicht zu oft. Jonathan: Natürlich, man(n) versteckt es nur mehr. Maya: Auf alle Fälle. Die Frage ist, ob man es „attraktiv“ findet. Ich persönlich kann Menschen eher ernst nehmen, die wenig rumheulen, das gilt für beide Geschlechter. Ronja: Selbstverständlich! Hysterisches Heulen finde ich allerdings bei beiden Geschlechtern äußerst anstrengend. Jessica: Ja, und sich dann von uns trösten lassen.


Jonathan:

Natürlich, man(n) versteckt es nur mehr.



Lotta:

Mitten im Gespräch zu merken, dass mein Gegenüber keine Ahnung hat, wovon ich rede oder sich langweilt. 


Was ist dir peinlich?

Joy: Stolpern in der Öffentlichkeit. Lotta: Mitten im Gespräch zu merken, dass mein Gegenüber keine Ahnung hat, wovon ich rede oder sich langweilt. Maya: Eigentlich ziemlich wenig. Felix: Beinah alles. Nico: Mir sind Situationen peinlich, in denen ich nicht weiß, was ich sagen oder wie ich mich verhalten soll. Jonathan: Meistens sind mir Menschen peinlich, denen nichts peinlich ist. 


 

Unsere Fragen beantwortet haben:

Jessica, eine junge Frau mit braunen Haaren sitzt auf einem Motorrad

Jessica, 19, wollte früher Motoradpolizistin werden. Heute studiert sie Jura.

Nahaufnahme von Joys Gesicht, eine junge Frau mit blonden, langen Haaren

Joy, 17, wollte früher Blumenverkäuferin werden, macht jetzt ihr Abi und will danach Grafikdesign studieren.

Christopher posiert mit E-Gitarre um den Hals und herausgestreckter Zunge

Christopher, 20, wollte früher schon Musiker werden und macht heute genau das. 

Porträtfoto von Felix, ein junger Mann mit braunen, kurzen Haaren, lächelt in die Kamera

Felix, 17, wollte früher Richter werden und das will er heute auch noch.

Porträt von Lotta - jungen Frau mit dunklen, langen Haaren in blauer Latzhose, steht auf einer Treppe

Lotta, 18, war schon als Kind klar, dass sie etwas Kreatives machen will – Künstlerin, Fotografin, Journalistin. Nach dem Abi macht sie aber erst einmal ein FSJ

Porträt von Tomeu mit dunklen, kurzen Haaren

Tomeu17, wollte Nationalspieler sein und Papst! Jetzt wird er bei einem FJS mit Flüchtlingen arbeiten.

Maya - eine junge Frau mit zu einem Pferdeschwanz gebundenen Haaren, sitzt in einem Helikopter, trägt Kopfhörer

Maya, 20, wollte ganz lange Tierärztin werden, studiert jetzt Physik und will später in der Automobilbranche arbeiten.

Porträtfoto von Gabriel, ein junger Mann mit braunen, etwas lockigen Haaren, lächelt in die Kamera

Gabriel, 25, ist Physikstudent und arbeitet nebenbei als Verkäufer. Eigentlich wollte er  Polizist, Feuerwehrmann oder Müllmann werden. 

Foto von Ronjas Gesicht - junge Frau mit langen, blonden Haaren

Ronja, 22, studiert Kunstgeschichte und Französisch. Als Kind war Busfahrerin ihr Traumberuf.  

Porträt von Nico - junger Mann mit dunklen, nach oben geföhnten Haaren

Nico, 17, wusste früher nicht, ob er Meeresbiologe oder lieber Polizist werden soll. Jetzt geht er erst einmal für ein Jahr zur Bundeswehr. 

Jonathan, ein junger Mann mit schwarzen, kurzen Haaren, an eine Backsteinwand gelehnt

Jonathan, 17, hatte früher viele Traumberufe: Arzt, Lehrer, Dolmetscher und Pilot – letzteres ist immer noch sein Traum. 


Protokoll und Collage: Anja Schimanke