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Raul Krauthausen im Schnell-Check

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Schon vor seiner Geburt war klar: Raul Krauthausen hat Osteogenesis imperfecta, sogenannte Glasknochen. Die Ärzte gingen davon aus, dass er nur ein paar Wochen überleben würde. Heute lebt er in Berlin und hat als Sozialheld immer viel um die Ohren: Vereine gründen, vorurteilsfreie Sprache pushen, Onlinekarten für rollstuhlgerechte Orte entwickeln – alles, um Menschen zu motivieren, „gerne gut zu sein“.

@ Andi Weiland / Sozialhelden e.V.

Der Sozialheld in Zahlen: 2004 Gründung Sozialhelden e.V. und Casting von 150 SuperZivis, 2010 Deutscher Bürgerpreis, 2013 Bundesverdienstkreuz, 15.000 Follower bei Twitter.


Wenn man aufhören würde, Menschen mit Behinderung zu behindern, dann wäre viel für die Gleichstellung in der Gesellschaft getan.

Raul im Interview

Wheelmap.org ist wohl das bekannteste Projekt von Raul und seinen "Sozialhelden". Auf der Online-Karte könnt ihr Cafés und Co auf Rollstuhltauglichkeit checken und selbst bewerten. Diese Karte funktoniert so gut, weil alle mitmachen. Das ist auch ein Ziel von Raul: Menschen zu motivieren, sich mit Spaß und Leidenschaft zu engagieren. Wieviel Plan braucht man für die Zukunft? Was treibt ihn an? Und wie kann man selbst Sozialheld werden? Darüber hat der Aktivist für Inklusion mit Kübra und Christian gesprochen.

Raul: Schnell gecheckt

Zuhause

Geboren in Lima, Peru, lebt und wohnt Raul Krauthausen heute in Berlin. Dort hat er auch einen Teil seiner Kindheit und Jugend verbracht.

Kindheitstraum

Sein Berufswunsch als Kind war Pilot. Hat er verworfen. Und "Dachdecker wollte ich eh nicht werden – Das Leben aus der Rollstuhlperspektive", heißt das Buch über sein Leben.

Story

Verrückte Ideen hatten Raul und sein Cousin Jan schon immer. "Sozial sein und Spaß haben", war die einmalige Idee, die sie 2004 dazu brachte, den Verein "Sozialhelden" zu gründen. Mittlerweile ist das inklusive Team gewachsen und stemmt Projekte wie Gutschein zum Gut sein oder die Plattform Leidmedien.de, die sich für eine Sprache ohne Vorurteile einsetzt. Einfach mal machen!, lautet ihr Motto. Ganz nebenbei hat Raul übrigens noch Design Thinking studiert und wurde mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. "Das macht mir unheimlich viel Spaß mich für Menschen einzusetzen", sagt er. Sein Antrieb sei auch, dass er ziemlich ungeduldig ist. Und so gibt es längst jede Menge Folgeprojekte zur Wheelmap: "Tausendundeine Rampe" etwa sponsort mobile Rampen für den Laden von nebenan. Nur eine von vielen Aktionen, damit in den Köpfen der Menschen ankommt: Anders sein heißt nicht schlechter dran sein.

„DSDSZ“

Für jemanden, der in vielen Dingen Assistenz braucht, ist Hilfe von Menschen wichtig, mit denen man gut klar kommt und denen man vertrauen kann. Das ist leicht gesagt, aber solche Helfer sind nicht ganz einfach zu finden. Raul half nach und rief die Castingshow Die Suche nach dem SuperZivi ins Leben.

Frisiert

@ Andi Weiland / Sozialhelden e.V., Sozialhelden

Sein Rollstuhl ist getuned. Statt der eigentlich zulässigen 6 km/h heizt Raul mit 10 Sachen durch die Welt. Schwierig für Fußgänger, da mitzuhalten.  

Tabubrecher

Das Thema Sexualität und Behinderung sollte in unserer Gesellschaft endlich kein Tabu mehr sein, meint Raul. Er hat kein Problem damit, offen darüber zu sprechen und zu bloggen.

Gleichberechtigung

Raul ist der Meinung, dass man nur von Inklusion in der Schule sprechen kann, wenn auch Schülerinnen und Schüler mit Behinderung aus dem Unterricht fliegen, wenn sie zu laut sind.

Im Netz

Eigentlich ist der Berliner immer unterwegs – und online. Zum Beispiel hier:

Auf seinem You-Tube-Channel
Auf seine Webseite und in seinen Blog
Bei Facebook und Instagram und Twitter

Und ihr? Macht doch einfach mal!


Text: Christine Stotz und Miriam Moser